Monument der Stille
Die Dunkelheit der Dämmerung hält an, während diese Hand noch die missende Wärme sucht.
Und ich flüstere im Regen: Morgen wird das Wetter schön.
Stumm starrt Cassian auf die nassgeregneten Schienen.
Bald würde wieder ein Zug kommen und über sie fahren.
Stumm ging er weiter über die Schienen, sah hin und her.
Von weitem konnte er einen Zug sehen, er würde an einem der anderen Gleise halten, nicht an seinem.
Stören würde es ihn nicht.
Schon lange hatte ihn nichts mehr gestört.
Der Junge blickt auf den Brief in seinen Händen.
Unschlüssig bewegt er sich von den Gleisen weg, findet seinen Weg, stolpert über den Asphalt.
Sein Blick wandert umher, wirkt scheu, fast verschreckt.
Ob er wohl gesehen wird?! Er will nicht gesehen werden.
Sie würden ihn nur auslachen. So wie sie es immer tun.
Weil er klein und zierlich ist, nicht so wie die meisten Jungs aus der Gegend.
Er sieht sich wieder um, stolpert dann weiter, bleibt vor einen der großen, gelben Kästen stehen.
Cassian blickt auf seine Finger. Soll er....soll er nicht?
Er blickt auf den weißen Umschlag in dem ein säuberlich geschriebener Brief steckt.
Er zögert ein weiteres Mal.
Abschicken...oder nicht.
Eine Briefmarke klebt auf dem Umschlag und auch die Adresse ist geschrieben.
Was ist, wenn er eine Antwort zurück bekommt...?
Ob der Empfänger ihn überhaupt lesen wird...?!
Er hebt die Klappe des Briefkastens hoch, wirft den Brief hastig hinein.
So. Jetzt gibt es kein zurück.
Sein Blick huscht umher, dann läuft er los.
Bloß weg hier.
Ihn hat niemand gesehen.
Wie ein stummer Schatten der überall war doch an den sich niemand erinnert.
So wie immer.
Unentdeckt verschwindet er in seinem Zimmer.
Hallo.
Ich habe die Adresse von meiner Mum.
Sie sagt, ihr seid alte Bekannte.
Wundere dich nicht, warum ich dir schreibe, ich kenne den Grund nicht einmal selbst.
Ich weiß nicht einmal was ich zu Papier bringen soll, ich tue es einfach.
Ich...würde mich sehr über eine Antwort freuen, auch wenn hier keine Fragen zu finden sind. Meine Adresse schreibe ich dir unten auf.
Sicher hast du besseres zu tun, als mir zu schreiben. Aber freuen würde ich mich sicherlich.
Nun gut... ich möchte deine Zeit auch nicht länger in Anspruch nehmen.
Einen angenehmen Tag noch.
Cassian.
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